Dies gelang zumindest teilweise, beispielsweise führte die Halbierung der „Streitkräfte“ zu Einsparungen. [208] In seiner durchweg optimistischen Sicht auf die menschliche Natur konnte er die Dogmen von Erbsünde und ewiger Verdammnis nicht akzeptieren. Navid Kermani spricht von einer „Religiosität der unmittelbaren Anschauung und allmenschlichen Erfahrung“, die „ohne Spekulation und fast ohne Glauben“ auskomme. Im Erstdruck erschien sie 1816–1817 als „Zweite Abteilung“ seiner Autobiographie Aus meinem Leben, deren „Erste Abteilung“ Dichtung und Wahrheit enthielt. Von der neuen Bekanntschaft zeigte sich Goethe angetan; es kam in Teplitz zu mehreren Begegnungen, wo Beethoven ihm auch auf dem Klavier vorspielte. [245] Goethe, der Realist und Optimist, versagte es sich auch, seine Dramen und Romane mit Tod und Katastrophe enden zu lassen. Für das Junge Deutschland stand Goethe im Schatten Schillers, dessen revolutionäre Tendenzen besser in die Zeit des Vormärz passten als die politisch konservative Haltung Goethes. [268] Thomas Mann sah in ihm „Goethe’s ideellstes Werk“,[269] das einzige Produkt größeren Umfangs, das Goethe, seinem Selbstzeugnis zufolge, „nach Darstellung einer durchgreifenden Idee gearbeitet“ habe. „Wegen seines [Goethes] überlegenen Genies glaubt“ Schiller, „dem dichtenden Weltmann“ mit „ewiger Karesse“ [Liebedienerei][8] begegnen zu müssen. Naturbetrachtung ist daher endlos [...]“. durchkomponierte Lied von Franz Schubert kategorisch ablehnte. Überdies lernte er Klavier- und Cellospielen, Reiten, Fechten und Tanzen. Um Abstand zu gewinnen, folgte er einer Einladung der Brüder Christian und Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg zu einer mehrmonatigen Reise durch die Schweiz. Neben langen, mehrere hundert Verse umfassenden Gedichten stehen kurze Zweizeiler, neben Versen mit hoher sprachlicher und metaphorischer Komplexität einfache Sprüche, neben strengen und antikisierenden Metren liedhafte oder spöttische Strophen sowie reimlose Gedichte in freien Rhythmen. Dabei war ihm Bettina Brentano behilflich, die Aufzeichnungen über Erzählungen seiner Mutter über Goethes Kindheit und Jugend besaß. Freundschaft zwischen goethe und schiller wikipedia Johann Wolfgang von Goethe - Wikipedia . Das von den Franzosen besetzte und von deutschen Jakobinern regierte Mainz wurde durch die preußisch-österreichischen Koalitionstruppen nach dreimonatiger Belagerung und Bombardierung zurückerobert. Januar 1883) und Alma Sedina (* 29. Goethe oder Schiller? Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger Dichtung. [360] In der Fachliteratur wurden seine Schriften, allen voran die Farbenlehre, von Beginn an kontrovers diskutiert; mit der Fortentwicklung der Naturwissenschaften wurden Goethes Theorien in weiten Teilen als überholt betrachtet. Der Einakter Der Bürgergeneral war Goethes erstes Stück, das sich mit den Folgen der Revolution beschäftigte. [127] Für die Befreiung von Ressentiment und Rivalität hat Schiller später die „wunderbare Formel“ (Rüdiger Safranski) gefunden: „daß es, dem Vortrefflichen gegenüber keine Freyheit gibt als die Liebe“ (Brief an Goethe vom 2. Sie brachte ihm höfische Umgangsformen bei, besänftigte seine innere Unruhe und stärkte seine Selbstdisziplin. Mandelkow spricht von einer „Klassikschelte“ der Neue Linken, die Friedrich Hölderlin, den „gescheiterten Revolutionär“, als Kontrastfigur zu Goethe entwarf. Oktober 1827; † 29. Er ist in seinen Affekten heftig. [229] Gleichwohl sah er im Christentum „eine Ordnungsmacht, die er respektierte und die er respektiert sehen wollte“. "Selig, wer sich vor der Welt. Alfred Rosenberg hatte 1930 in seinem Buch Der Mythus des 20. Der Freundschaft zwischen Goethe und Schiller geht eine Faszination aus, die es Wert ist, untersucht und für die Nachwelt aufbereitet zu werden. [28], Durch einen Studienfreund wurde er in die Familie des Pfarrers Brion in Sessenheim (Goethe schreibt Sesenheim) eingeführt. [195] „Lernbegier an den Dingen“ nannte es Andreas Bruno Wachsmuth, der langjährige Präsident der Goethe-Gesellschaft. Jahrhundert machte Martin Walser Johann Peter Eckermann zur Hauptfigur und stellte ihn in seinem heiklen Verhältnis zu Goethe dar. Sein dortiger Kollege Johann Christian Kestner beschrieb später den damaligen Goethe: „Er besitzt, was man Genie nennt, und eine ganz außerordentliche Einbildungskraft. das Offizierskreuz des Ordens der Ehrenlegion. [259] Selbst Napoleon kam bei der historischen Begegnung mit Goethe am 2. Dezember 1789 gebar sie den Sohn August Walter. Seine amtlichen Tätigkeiten blieben ohne Erfolgserlebnisse, die Belastungen seiner Ämter und die Zwänge des Hoflebens wurden ihm lästig, die Beziehung zu Charlotte von Stein gestaltete sich zunehmend unbefriedigend. Die Metamorphose verstand er als einen allmählichen Formwandel innerhalb der Grenzen, die der jeweilige Typus („Urpflanze“, „Urtier“) setzt. Er hatte die damals Siebzehnjährige mit ihrer Mutter 1821 während eines Kuraufenthaltes in Marienbad kennengelernt und sich in sie verliebt. [202], Die belebte Natur stellte Goethe sich als in ständigem Wandel begriffen vor. [136] Für Nicholas Boyle bildete der Briefwechsel über den Wilhelm Meister in den Jahren 1795/96 den Höhepunkt in der geistigen Beziehung zwischen Goethe und Schiller.[137]. [294], Zeit seines Lebens hat Goethe gezeichnet, „vorzugsweise mit Bleistift, Kohle, Kreide und kolorierter Tinte“, außerdem sind einige frühe Radierungen überliefert. Aber wir wissen, daß diese Wissenschaft nicht absolute Wahrheit, sondern ein bestimmtes methodisches Verfahren ist.“[362], Die Klassikstiftung Weimar veranstaltete vom 28. Als Gravur für die Ringe wählte Goethe das Datum der Schlacht und seiner Rettung in der Schreckensnacht: 14. [214] „Natur hat weder Kern noch Schale / Alles ist sie mit einem Male“, heißt es in Goethes Gedicht Allerdings. Eine weitere kleine Gedichtsammlung wurde 1769 unter dem Titel Neue Lieder als erstes von Goethes Werken gedruckt. So erscheine beispielsweise die Sonne rötlich, wenn sich eine trübe Dunstschicht vor ihr ausbreitet und sie abdunkelt. Von seiner Jugend bis ins hohe Alter war Goethe Lyriker. Thomas Mann verfasste zahlreiche Essays und Aufsätze zu Goethe und hielt die zentralen Reden zu den Goethe-Jubiläumsfeiern 1932 und 1949. [256] Die beiden von Trunz herausgegebenen Bände sind im ersten Band, Gedichte und Epen I, in leicht chronologischer Ordnung gegliedert: Frühe Gedichte, Sturm und Drang, Gedichte der ersten Mannesjahre. Oktober 1808 das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion (Chevalier de la Légion d’Honneur). Mai 1805 stürzte Goethe in einen Zustand der Betäubung. Zwei bedeutende Werke aus den 1950er/1960er Jahren bereicherten die Goetherezeption durch ihre innovativen Zugriffe: Aus den letzten zwei Jahrzehnten sind drei Werke hervorzuheben: Die eminente Bedeutung Goethes für die deutsche Kultur und deutschsprachige Literatur spiegelt sich wider in der Namensgebung zahlreicher Preise, Denkmäler, Gedenkstätten, Institutionen, Museen und Gesellschaften, wie sie kaum ein anderer Deutscher im Kulturleben seines Landes erreicht hat. [7], Schon früh kam der Junge in Kontakt mit Literatur. [332] Aber, wie Mandelkow zu berichten weiß, bildete dieser Abschnitt der Wirkungsgeschichte Goethes ein „Spannungsfeld zwischen Negation und Apotheose“. Ein Centralorgan für Rheinland-Westphalen, https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Etwas_über_den_Briefwechsel_zwischen_Schiller_und_Goethe&oldid=197142565, „Creative Commons Attribution/Share Alike“, Den Briefwechsel Goethe – Schiller behandelt Grabbe am Rande. Dabei beschäftigten ihn, wie er sich rückblickend gegenüber Eckermann äußerte, „solche Gegenstände, die mich irdisch umgaben und die unmittelbar durch die Sinne wahrgenommen werden konnten“. Auch der Besuch von Charlotte Buff, verwitwete Kestner, im September 1816 in Weimar trug nicht zur Aufhellung seiner Stimmung bei. Goethe stand der Revolution von vornherein ablehnend gegenüber; für ihn war sie „das schrecklichste aller Ereignisse“ und stellte auch seine Weimarer Existenz als „Fürstendiener“ in Frage. [147] Ein Nachklang der inneren Erlebnisse dieser Zeit findet sich in seinem letzten Roman, Die Wahlverwandtschaften (1809). Von einer „kleinen Verliebtheit“, die Goethe als „Ersatz“ für den „schmerzlich empfundenen Verlust Schillers“ erklärte, spricht Safranski. Dabei bestimmte ihn das Bedürfnis nach praktisch-wirksamer Tätigkeit. Im Deutschen Kaiserreich wurde er zum deutschen Nationaldichter und Künder des „deutschen Wesens“ verklärt und als solcher für den deutschen Nationalismus vereinnahmt. Das künstlerische Werk Goethes ist vielfältig. Bereits am 21. Gegenüber Eckermann äußerte er sich gegen Ende seines Lebens, sie sei die erste gewesen, die er „tief und wahrhaft liebte“. 1783 votierte er für die Hinrichtung der ledigen Mutter Johanna Catharina Höhn, die ihr Neugeborenes aus Verzweiflung getötet hatte – im Gegensatz zu der verständnis- und mitleidsvollen Haltung, die er später in der Gretchentragödie zum Ausdruck brachte. (Hrsg. Im Dezember 1799 zog Schiller mit seiner vierköpfigen Familie nach Weimar um, zunächst in eine Mietwohnung, die zuvor Charlotte von Kalb bewohnt hatte; 1802 erwarb er ein eigenes Haus auf der Esplanade. Nach Abschluss der achtbändigen Göschen-Werkausgabe zu seinem 40. [59], Hofrat Johann Joachim Christoph Bode, der nach Weimar gekommen war, weckte Goethes Interesse an der Weimarer Freimaurerloge „Amalia“. Fern dem Elternhaus genoss der 16- und 17-Jährige in Leipzig größere Freiheiten: Er besuchte Theateraufführungen, verbrachte die Abende mit Freunden, oder es wurden Ausflüge in die Umgebung unternommen. ): Diese Seite wurde zuletzt am 24. Oktober auf dem Erfurter Fürstenkongress zu einer Privataudienz, auf der Napoleon ihn anerkennend auf seinen Werther ansprach. [33] Die Advokatur betrieb er mit bald nachlassendem Interesse und geringem Arbeitseifer vier Jahre lang bis zur Abreise nach Weimar. Beltz Athenäum, Weinheim 1998, S. 183–186. Nachfolgend werden einige exemplarische Werke vorgestellt, die das Phänomen Goethe in einer Gesamtschau analysieren und interpretieren. [1][2], Grabbe verreißt den Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller aus den Jahren 1794 bis 1805, der 1828/29 in der Cotta’sche Buchhandlung Stuttgart in sechs Bänden erschienen war.[3]. Im Blick auf seine dichterischen Fragmente (Faust, Egmont, Wilhelm Meister, Tasso) verstärkten sich die Selbstzweifel an seiner Doppelexistenz als Künstler und Amtsmensch. During the last seventeen years of his life, Schiller developed a productive, if complicated, friendship with the already famous and influential Johann Wolfgang von Goethe. Freundschaft zwischen Goethe und Schiller bestimmt. Zudem erwies sich Goethe damit als „Pionier der naturwissenschaftlichen Farbpsychologie“. Goethe, dessen literarisches Schaffen, ebenso wie dasjenige Schillers, zuvor ins Stocken gekommen war, betonte die anregende Wirkung der Zusammenarbeit mit dem zehn Jahre Jüngeren: „Sie haben mir eine zweite Jugend verschafft und mich wieder zum Dichter gemacht, welches zu sein ich so gut als aufgehört hatte.“[132], Im ersten Jahrgang der Horen erschienen die Römischen Elegien erstmals unter dem Titel Elegien und ohne Angabe des Verfassers. ): Anna Amalia gelang es nach dem frühen Tode ihres Gemahls nicht nur, ihr Herzogtum 17 Jahre lang mit großer Umsicht zu regieren, sondern auch Künstler und Wissenschaftler an ihren „Musenhof“ zu holen und nach Kräften zu fördern. Eine Ehe war mit seinen Lebensplänen nicht vereinbar. Bei der Rückkehr aus Wetzlar empfing ihn der Vater mit Vorwürfen, weil der dortige Aufenthalt dem beruflichen Fortkommen des Sohnes nicht dienlich gewesen war. Für die Goetheforschung sind die umfangreichen Niederschriften von Johann Peter Eckermanns Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens,[306] die von Goethes Unterhaltungen mit dem Kanzler Friedrich von Müller[307] und die Mittheilungen über Goethe von Friedrich Wilhelm Riemer[308] von erheblicher Bedeutung für das Verständnis von Goethes Werk und Persönlichkeit. So versuchte er in der Botanik zunächst, die unterschiedlichen Pflanzenarten auf eine gemeinsame Grundform, die „Urpflanze“, zurückzuführen, aus der sich sämtliche Arten entwickelt haben sollten. Die Faust-Tragödie, an der Goethe mehr als sechzig Jahre lang arbeitete, bezeichnet der Faust-Experte und Herausgeber des Bandes mit den Faust-Dichtungen in der Frankfurter Ausgabe, Albrecht Schöne, als die „Summe seiner Dichtkunst“. Die gesamte Spieldauer beträgt mehr als 25 Stunden. Zu seinen Vertonungen zählen die populär gewordenen Lieder Heidenröslein, Gretchen am Spinnrade und Erlkönig. August 1749 im Goetheschen Familienhaus (dem heutigen Goethe-Haus) am Frankfurter Großen Hirschgraben geboren und tags darauf evangelisch getauft. Als Duo waren sie dann unschlagbar. Hey, hier mein Referat zum Thema "Die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller und ihre Folgen für die Literatur der Klassik". Oeser blieb auch selbst mit Goethe bis zu dessen Aufbruch nach Straßburg durch Briefe in engerem Kontakt. Im Alter wurde er auch im Ausland als Repräsentant des geistigen Deutschland angesehen. Sein Drama Faust (1808) errang den Ruf als die bedeutendste Schöpfung der deutschsprachigen Literatur. Die Ergebnisse seiner Beobachtungen veröffentlichte er in der Schrift Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären (1790). Biographien der beiden Dichter 2.1 Johann Wolfgang Goethe - Biographie Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. [348] Dagegen knüpfte man in der Bundesrepublik Deutschland zunächst an das traditionelle Goethebild an, das heißt an eine zum Mythos erhobene Gestalt eines Dichters, „der aus der Barbarei der vergangenen zwölf Jahre der Naziherrschaft scheinbar unbeschädigt und unberührbar hervorgegangen war“. [292] Allein der bedeutsame Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller umfasst 1015 überlieferte Briefe. 1813), Madame de Staël, die 1803 Weimar einen Besuch abgestattet hatte, unausgesprochen präsent sei, weil ihr Werk den sich zu Goethes Zeiten vollziehenden weltliterarischen Prozess beschleunigt habe. Im Jahre 1850 enthüllte Marianne gegenüber Herman Grimm, dass einige der in diese Sammlung aufgenommenen Liebesgedichte von ihr stammten. Im Gegenzug bringt Schiller Goethe von seinen naturwissenschaftlichen Studien ab zurück in Richtung dichterische Kunst. Das im Versmaß des elegischen Distichons verfasste Naturgedicht ist an eine „Geliebte“ (Christiane Vulpius) gerichtet und präsentiert seine morphologische Lehre in konzentrierter Form. Als ihm der Verleger Göschen 1786 das Angebot einer Gesamtausgabe machte, wurde ihm schockartig klar, dass von ihm in den letzten zehn Jahren nichts Neues erschienen war. Zeit seines Lebens hat auch Richard Strauss regelmäßig Gedichte von Goethe vertont. Die literarische Welt nahm sie als überflüssige Abschweifung in einer Zeit heftiger politischer Umwälzungen auf. In regem Austausch stand er auch mit anderen Mitgliedern der deutschen Künstlerkolonie in Rom, darunter Angelika Kauffmann, die ihn ebenfalls porträtierte, mit Jakob Philipp Hackert, Friedrich Bury, und mit dem Schweizer Maler Johann Heinrich Meyer, der ihm später nach Weimar folgen und dort unter anderem sein künstlerischer Berater werden sollte. Freundschaft zwischen Goethe \u0026 Schiller - Deutsch - Literatur ... Schiller und Goethe. Die Kirche wolle herrschen und brauche dazu „eine bornierte Masse, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen“. Zwischen ihnen entspann sich ein „lyrischer Wechselgesang“ und ein „literarisches Rollenspiel der Liebe“, das sie im folgenden Jahr bei einem erneuten mehrwöchigen Besuch fortsetzten. Juni 1785, zitiert nach Rüdiger Safranski: Goethe an Jacobi, 5. [90] Er habe sich selbst als Künstler wiedergefunden, schrieb er dem Herzog. Goethes literarisches Werk umfasst Lyrik, Dramen, Epik, autobiografische, kunst- und literaturtheoretische sowie naturwissenschaftliche Schriften. Er bringt „einiges über die ebengenannten beiden Dichter selbst und über“ seine „Zeit.“. [182] Er nahm die Arbeit am zweiten Teil des Faust wieder auf. Angefangen von einem „schmerzhaften Erleidnis“ Schillers aus der Goethe’schen Perspektive bis hin zu den vermeintlichen Schmähungen Goethes durch Schiller. So entwickelten goethe häufige Briefwechsel und es entstand eine wahre Briefkultur. Juli 1782, zitiert nach. So erwarb er bei dem berühmten Chirurgen Lobstein Anatomiekenntnisse. Erst im Alter fanden beide erneut zu einer freundschaftlichen Beziehung, ohne dass sich der herzliche Umgang von einst wiederherstellte. In seinen letzten Lebensjahrzehnten schloss er zwei besondere Freundschaften mit Carl Friedrich Zelter und Sulpiz Boisserée. Andererseits kritisierten sie nach ihrer Hinwendung zum Katholizismus den zuvor gepriesenen Wilhelm Meister-Roman als „künstlerischen Atheismus“ (Novalis) und Goethe als „deutschen Voltaire“ (Friedrich Schlegel). Nachdem 1791 Herzog Carl August die Gründung des Weimarer Hoftheaters beschlossen hatte, übernahm Goethe dessen Direktion. Als Gastwirt und Weinhändler war er zu einem ansehnlichen Vermögen gekommen, das er in Gestalt von Immobilien, Hypothekarkrediten und mehreren Säcken voller Geld seinen beiden Söhnen aus erster Ehe und dem jüngsten Sohn Johann Caspar Goethe (1710–1782), Johann Wolfgang Goethes Vater, hinterließ. Goethes und Schillers Freundschaft gilt als Traumpaarung der deutschen Klassik, als Sternstunde des Geistes. Die politische Linke kritisierte den Geniekult um Goethe mit dem „Naturschutzpark“ Weimar (Egon Erwin Kisch). Auch Goethes Egmont bearbeitete Schiller für die Weimarer Bühne. So kam es zu dieser Freundschaft: Obwohl Schiller und Goethe in derselben Stadt, nämlich in Weimar, lebten, begegneten sie sich zum ersten Mal 1788 in Rudolstadt. Und auf dem Theaterplatz in Weimar steht vor dem Deutschen Nationaltheater als Doppelstandbild das Goethe- und Schiller-Denkmal. Praktische Wirkung hatte dieses Bekenntnis jedoch nicht. Im Schauspiel Torquato Tasso fand Goethe den adäquaten Stoff, um seine widersprüchliche Existenz am Hofe zu gestalten. Heinrich Heine erkannte mit Bewunderung Goethes „Vermögen des plastischen Anschauens, Fühlens und Denkens“. Charakteristisch für Goethe ist, wie er in diesem Werk Poesie und Naturforschung verknüpft. Beginnend mit seinen Jugendwerken, hat Goethe sich Zeit seines Lebens zu Fragen der Kunst und Literatur geäußert. Wenige Wochen nach seiner Rückkehr machte Goethe am 12. [92] Basierend auf seinen Tagebüchern verfasste er zwischen 1813 und 1817 die Italienische Reise. [49] Er gewann schnell das Vertrauen des acht Jahre jüngeren, im aufgeklärten Geist erzogenen Herzogs Carl August, der seinen Großonkel Friedrich II. [77], Goethes heimliche Abreise nach Italien 1786 erschütterte das Verhältnis, und nach der Rückkehr kam es zum endgültigen Bruch wegen der von Goethe aufgenommenen festen Liebesbeziehung mit Christiane Vulpius, seiner späteren Ehefrau, die ihm die tief verletzte Frau von Stein nicht verzieh. Es geht in dem Aufsatz nicht so sehr um den Briefwechsel, der „von den elendesten Lappalien“ wimmele, sondern einzig und allein darum, „Sir Goethe“[7] ein wenig herabzusetzen. Diese war möglich geworden durch eine veränderte Haltung SCHILLERs gegenüber der französischen Revolution.1797 entspann sich zwischen den „beiden Dioskuren“, wie Zeitgenossen diese Freundschaft nannten, ein Briefwechsel zur Gattungspoetik, den GOETHE angeschoben hatte: „Über epische und dramatische Dichtung“. Der „Staatsminister Herr von Goethe“ antworte von oben herab. [37] Auf Mercks Urteil legte Goethe großen Wert; in seiner Autobiographie bescheinigte er ihm, dass er „den größten Einfluß“ auf sein Leben gehabt habe. Goethes Spätwerk hingegen, genauer, alles, was der Olympier nach der Natürlichen Tochter (1803) und den Wahlverwandtschaften (1809) schrieb, kann Grabbe keinesfalls gelten lassen.[14]. Er hat eine edle Denkungsart. Duld ich mit ruhigem Mut, wie es ein Gott mir gebeut. Ihr verdankte er die Vollendung wichtiger Werke wie Iphigenie auf Tauris (1787), Egmont (1788) und Torquato Tasso (1790). August 1771, die er „cum applausu“ bestand, waren 56 Thesen in lateinischer Sprache unter dem Titel Positiones Juris. Oktober 1808 erhielt er vom Zaren Alexander I. den Russischen Orden der Heiligen Anna 1. [234] Dichterisches Schaffen sei Ausdruck ungezügelter Natur und Shakespeare deren personifizierte Schöpferkraft.[235]. Etwas über den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe ist eine literaturkritische Abhandlung von Christian Dietrich Grabbe. [134] In den Horen veröffentlichte Schiller 1795/96 in drei Folgen sein Traktat Über naive und sentimentalische Dichtung, eine poetische Typologie, die wesentlich zu ihrer beider Selbstverständnis beitrug: Goethe der „naive“, Schiller der „sentimentalische“ Dichter. Trotz einiger zeitweiliger Irritationen zwischen ihnen blieb ihre Freundschaft bis zum Tode Schillers jedoch intakt. Für diesen niedrigeren Abschluss brauchte er nur einige Thesen aufzustellen und zu verteidigen. [87] Unter Anleitung seiner Künstlerfreunde übte er sich mit großem Ehrgeiz im Zeichnen; etwa 850 Zeichnungen Goethes sind aus der italienischen Zeit erhalten. Immer wieder bekannte er sich als Pantheist in der philosophischen Tradition Spinozas und als Polytheist in der Tradition der klassischen Antike. Zu Weihnachten 1753 bekam er von der Großmutter ein Puppentheater geschenkt. An Goethe schrieb er, er rechne es „zu dem schönsten Glück meines Daseins, dass ich die Vollendung dieses Produkts erlebte“. [258] Mit der empfindsamen Gestaltung seiner unerfüllten Liebesgeschichte mit Charlotte Buff in Wetzlar löste er eine regelrechte „Werther-Mode“ aus. [153] Für ihn war Napoleon „einer der produktivsten Menschen […], die je gelebt haben“. Ein Schauspiel für Liebende. Die Spielstätten wechselten. [130] Nach Goethes Zusage trafen sich die beiden im Juli des gleichen Jahres in Jena, für Goethe „ein glückliches Ereignis“ und der Beginn der Freundschaft mit Schiller. Im Alter äußerte er, dass er den Wert dieses Werks höher einschätze als den seiner Dichtung. [323], Die Wahrnehmung der zeitgenössischen deutschen Romantiker von Goethe war ambivalent. [45] Sie erhielt in Abständen die fertigen Bücher des entstehenden Wilhelm Meister–Romans, die sie mit Hilfe ihrer Tochter abschrieb. [347], In den beiden deutschen Staaten nach 1945 erfuhr Goethe eine Renaissance. Die Dichter und Schriftsteller der Romantik knüpften an den Gefühlsüberschwang des Sturm und Drang an. Ihm und der mitgereisten Schauspieltruppe verdankte Goethe seine erste Begegnung mit der französischen Dramenliteratur. [36] Seine Schwester Cornelia heiratete 1773 den Advokaten Johann Georg Schlosser, Goethes zehn Jahre älteren Freund, der als Anwalt an dem Prozess gegen die Kindsmörderin mitgewirkt hatte. Constantin Bauer, Hans Martin Schultz (Hrsg. [180] Noch in der Kutsche, die ihn über mehrere Stationen (Karlsbad, Eger) nach Weimar zurückbrachte, schrieb er die Marienbader Elegie, ein lyrisches Meisterwerk und „das bedeutendste, das persönlich intimste und darum von ihm auch geliebteste Gedicht seines Alters“ im Urteil Stefan Zweigs, der seiner Entstehungsgeschichte ein Kapitel seiner historischen Miniaturen Sternstunden der Menschheit widmete.[181]. Seit 1789 als Geschichtsprofessor im nahen Jena lebend, hatte Schiller Goethe im Juni 1794 gebeten, dem Herausgeberkreis einer von ihm geplanten Zeitschrift für Kultur und Kunst, Horen, beizutreten. Im Laufe von etwa 65 Jahren schrieb er mehr als 3000 Gedichte, die teils eigenständig, teils in Zyklen wie den Römischen Elegien, dem Sonettenzyklus, dem West-östlichen Divan oder der Trilogie der Leidenschaft erschienen. [98], Wenig bekannt ist über Goethes „flüchtige, sentimentale Bindung an eine adelige Dame“,[99] die 21-jährige Henriette von Lüttwitz, die er nach der Geburt Augusts auf seiner Schlesienreise 1790 in Breslau kennengelernt und der er einen Heiratsantrag gemacht hatte, den ihr adeliger Vater ablehnte. Den West-östlichen Divan ließ er einige Zeit unvollendet liegen, erst 1818 schloss er ihn ab. [303], Seine Farbenlehre (erschienen 1810) hielt Goethe für sein naturwissenschaftliches Hauptwerk und verteidigte die darin vertretenen Thesen hartnäckig gegen zahlreiche Kritiker. Seiner Fürsprache ist die Berufung einer Reihe namhafter Professoren zu verdanken, darunter Johann Gottlieb Fichte, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und Friedrich Schiller. [155] Goethe hat zum Ärger seiner Zeitgenossen und auch des Herzogs Carl August das Legionskreuz stolz getragen, sogar noch in der Zeit des patriotischen Aufbruchs gegen die napoleonische Herrschaft in deutschen Landen. Deutsch: Friedrich von Schiller. [272] Zeitgenossen sahen in ihm „etwas von Shakespeares Geist“, ja in Goethe den „deutschen Shakespeare“. An den befreundeten Musiker Carl Friedrich Zelter schrieb er, er habe einen Freund und mit ihm „die Hälfte meines Daseins“ verloren. 2007. [283], Die auf das französische Drama (vornehmlich das von Pierre Corneille und Jean Baptiste Racine) fixierte Theatertheorie Johann Christoph Gottscheds hat Goethe abgelehnt, wie schon vor ihm Gotthold Ephraim Lessing. Am Abend des ersten Zusammentreffens schrieb er an seine Frau: „Zusammengefasster, energischer, inniger habe ich noch keinen Künstler gesehen“. Das für diese Bühne vorgesehene Theaterstück lernte er auswendig und führte es immer wieder mit Begeisterung gemeinsam mit Freunden auf.